06/2015: Dr. Will – CUFFS OFF

Back to the Roots

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Dr. Will 01

Zu den schillerensten und etwas schrägen Persönlichkeiten der deutschen Bluesszene gehört der süddeutsche Musiker und Entertainer Dr. Will. Sein Markenzeichen sind sein Hut, seine rote Jacke und seine außergewöhnlichen Bühnenshows. Man stelle sich einen kleinen bunten Jahrmarkt in New Orleans vor. Ein kleines buntes Zelt steht etwas abseits und eine Band mit einem Voodoo Doktor beschwört mit ihren Songs das umherstehende Publikum mit ihrer Musik – dann sind es Dr. Will und sein „Wizards“

Zum erstenmal hatte ich Dr. Will mit seinem Bruder Schorsch Hampel bei einer der zurückliegenden Blues Challenge in Eutin erlebt. Es hat eine Weile gedauert bis ich mich auf die zwei einlassen konnte, zu unterschiedlich waren deren Interpretation ihrer Songs gegenüber den anderen Mitstreitern. Sie waren und sind es heute noch meilenweit vom typischen Standard oder gar dem Mainstream entfernt und genau das zeichnet den anerkannten Musiker aus und macht seine Musik zu etwas Besonderem.

Dr. Will taucht tief in die Ursprünge der Bluesmusik ein. Er geht weiter als zu den Songs von Robert Johnson, Blind Willi McTell und anderen längst verstorbenen Altmeistern des Blues. Er streift den Gospel, die Worksongs und gelangt zum mythischen Bereich der Musik – stets nur einen kleinen Sprung von tiefstem Voodoo entfernt.

Nun überrascht der weltoffene Kosmopolit die Bluesszene mit seinem neuen Album „CUFFS OFF“. Gemeinsam mit seiner Hausband und SAN2 legt er nun einen Tonträger vor der eine neue Seite der musikalischen Vielfalt des Münchener Musikers aufzeigt.

15 Songs beinhaltet das neue Album und streift in knapp 50 Minuten zahlreiche Musikstile wie Blues, Soul, Country, Cajun oder tiefste Rootsmusik und sorgt für eine recht abwechslungsreiche Unterhaltung. Neben eigenen Songs findet man auch Interpretationen von Songs bei denen Willie Dixon, Arthur Crudup oder gar Tom Waits Pate standen. So finden der traditionelle Blues bekannter Altmeister, gut arrangierte Traditionals und eigene Songs zusammen und bilden eine wohltuende Mischung die teilweise unter die Haut geht.

„CUFFS OFF“ wurde vorwiegend Live eingespielt, wobei es in der Instrumentalisierung etwas abgespeckter zugeht. Dr. Will und Band verlassen jedoch nie ihren „typischen“ Sound, denn es gibt immer noch den Klang einer Mandoline, eines Banjos, einer Klarinette oder einer Geige im Hintergrund zuhören. Eben jene Markenzeichen die den Sound der Band prägen und über viele Jahre erfolgreich begleitet haben.

Über allem schwebt die beschwörende und einfangende Stimme Dr. Wills die einen nur mühsam wieder loslässt. Getragen wird diese durch seine Band „The Wizzards“ und natürlich von seinem kongenialen Partner SAN2.

Mit „CUFFS OFF“ findet Dr. Will den Weg zurück zu den Wurzeln des Blues und legt ein Album vor das sicherlich ein Meilenstein seines musikalischen Wirkens darstellt.

Songempfehlungen sind „Paintin‘ The Town“ (Cajun) , „Mean Old Frisco“  und „Sittin‘ on the top of the World“ (Blues) oder Ain’t no Grave“ (Soul).

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Dr. Will 02Albuminfo:
Titel: CUFFS OFF
Musiker:
Dr. Will    voc, perc, dr
SAN2    voc, harp,
Sashmo Bibergeil    bvoc, g
Uli Kuempfel    man,g, banjo
Jürgen Reiter   b
Oskar Kraus    bvoc, perc
Ludwig Seuss    acc, piano
Titus Waldenfeld, violin
Thilo Krautmeiyer   clar
Arjan Bakker    g
Anja Morell, Schorsch Hampel, Franziska Federspiller    bvoc
Songs: 15
Gesamtspielzeit: 50min
Label: Downhill Records
Bereitstellung: Dr. Will

Playliste:
01.   Hey Now Brother    3:26    (Willi Hampel)
02.   Railroad Worksong    4:29    (Traditional)
03.   The Moon Is Full Again    4:21    (Arjan Bakker/ Willi Hampel)
04.   Mean Old Frisco     3:05    (Arthur Crudup)
05.   Violent Love     2:57    (Willie Dixon)
06.   Mardi Gras Day     3:12    (Willi Hampel/Ludwig Seuss/Benz)
07.   Temptation     3:37    (Tom Waits)
08.   I Can’t Go Wrong     3:15    (Willi Hampel)
09.   Tasting Time     0:24    (Sashmo Bibergeil/ Uli Kuempfeler/Jürgen Reiter)
10.   Hard Way     2:28    (Walker/McDaniel)
11.   Sitting On Top Of The World     3:44    (Sam Chatmon)
12.   San Antonio     1:26    (Arjan Bakker/ Willi Hampel)
13.   Paintin‘ The Town     3:29    (Willi Hampel/Deutschmann/Peschel)
14.   No Shelter     3:14    (Willi Hampel)
15.   Ain’t No Grave     4:15    (Traditional)

Songempfehlungen sind „Paintin‘ The Town“ (Cajun) , „Mean Old Frisco“  und „Sittin‘ on the top of the World“ (Blues) oder Ain’t no Grave“ (Soul).

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