„BiG Award Acoustic 2016“ – Preisübergabe an Biber Herrmann

Blues in the Church

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Einen würdigen Rahmen für die persönliche Übergabe des „BiG Blues Award 2016“ in der Kategorie „Acoustic“ an Biber Herrmann bildete die Bühne in der Kulturkirche Krefeld. Damit verbinden sich unterschiedlichste Grundsätze auf einen Punkt im Herzen der Stadt am Niederrhein.
Lange Zeit wurde Krefeld als „Samt- und Seidenstadt“ bezeichnet, dies aufgrund der Seidenstoffproduktion des 18. und 19. Jahrhunderts in der Menschen aus einfachsten Verhältnissen für eine geringe Entlohnung Frondienste leisten mussten.

Daher passt auch der Blues bestens in die Stadt am Niederrhein und erst recht bei einem Auftritt in der Friedenskirche am Luisenplatz. Ohnehin sind der Blues und der Glaube von eher recht fest miteinander verbunden, zumindest im Ursprung der Entstehung des Blues oder wie der 2013 verstorbene Tourmanager Fritz Rau es in einem Satz zusammenfasste: „Am Anfang war der Blues“ – naja, zumindest in der Musikgeschichte.

Damals erinnerten sich die Menschen an ihren Glauben und den Blues wenn es ihnen nicht „gut“ geht, den Glauben für die Hoffnung auf ein besseres Leben und den Blues um ihren Schmerz auszudrücken. Beides ist in der heutigen Zeit leider Größtenteils verloren gegangen. Und trotzdem sind der Blues und Glauben auch heute noch Brückenbauer, leise unterlegt mit dem Titel des Songs „Bridge over Trouble Water“ von Simon & Garfunkel.

Nicht so an dem gestrigen Abend in der Friedenskirche. Denn Biber Herrmann stand nicht nur als Sänger und hervorragender Saitenspieler sondern auch als Brückenbauer zwischen dem Blues und dem kirchlichen Veranstaltungsort – und dies ist ihm bestens gelungen.

Im Gepäck hatte es hatte er nicht nur seine aktuelle CD „Grounded“ (>> Album des Monats 01/2016) sondern viele Anekdoten rund um den Blues, seine Zusammenarbeit mit Fritz Rau und persönlichen Erlebnissen mit Nonnen, Lehrern und Freunden. Und mit Leichtigkeit und einem exzellenten Saitenspiel nahm er die anwesenden Zuhörer mit auf eine musikalische Reise zwischen Folk, Blues, Balladen und Americana.

Dies mit zahlreichen Eigenkompositionen und neu arrangierten Klassikern, die zwar „altes Fremdmaterial“ sind aber in Bibers eigenem Stil ihre  „Wiedergeburt“ finden – teils völlig anders als gewohnt sie und nur am Text zuerkennen. Aber genau das macht die Musik an Biber Herrmann aus, die Songs sind persönlich, abwechslungsreich und bei weitem kein Mainstream.

Zu Beginn des zweiten Sets an diesem Abend gab es dann die Übergabe des „Big – Blues Award 2016“ an Biber Herrmann. Nach einer kleinen Laudatio wurde die Ehrengabe an Biber Herrmann übergeben, der sich richtig freute. Und der langanhaltende Applaus des gut aufgelegten Publikums tat der Seele Bibers richtig gut.

© Michael Windhövel

Fritz Rau über Biber Herrmann:


Anschließend ging es dann ins 2.Set des Abends und dies weiter mit einem bestens aufgelegten Biber und einem erstklassigen Sound und ebenso guten Raumakustik. Der Ton in dem Saal vor der Kirche ist so gut das man in der Tat das Gefühl hat in einem Tonstudiozu sitzen, der Sound hört sich genauso an wie auf dem aktuellen Album – einfach klasse.

Ein weiterer Höhepunkt an diesem Abend war die Sänger- und Liedermacherin Anja Sachs, die Lebensgefährtin von Biber Herrmann. Sie eröffnete als Vorprogramm den gestrigen Abend mit deutschsprachigen Texten die aus eigener Feder stammen.

© Michael Windhövel

Anja Sachs hat eine sehr gefühlvolle Stimme und interpretiert ihre nachdenklichen Texte in einem Wechselspiel zwischen tiefer Ernsthaftigkeit und leichtem Humor und zieht somit ihre Zuhörer in ihren Bann. Dabei begleitet sie sich am Piano oder auf Tour halt mit einem E-Piano.
Besser als das folgende Zitat der Frankfurter Neue Presse (Vera Podlich) kann man ihre Musik nicht beschreiben:  „Anja Sachs präsentierte ein überzeugendes Repertoire von eigenen melancholisch-gefühlvollen Liedern. Ihre Musik berührt durch Unkompliziertheit, Texte mit Tiefgang und ihre faszinierende Stimme.“
Treffender geht es einfach nicht.

 

Die BiG-Redaktion gratuliert Biber Herrmann zu seinem bisherigen musikalischem Lebenswerk und dem „BiG Award Acoustic 2016) und wünscht Anja Sachs auf ihrem neuen Weg als Liedermacherin alles Gute.

Michael Jungbluth

Zu Guter Letzt noch eines der Lieblingslieder der Redaktion:


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