CD Review: Dynamite Daze – Tango with the Devil

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Szenario:
Irgendwo in einem gottverdammten Dorf tief in den Sümpfen des Mississippi dringt rauher und unpolierter BluesRock aus den Fenstern eines alten Juke Joint.
Beim Betreten der ehemaligen und aufgegebenen Garage schlägt einem eine Welle an Zigarettenrauch, schlechtem Parfüm und verschüttetem Whiskey entgegen. Auf einer kleinen und spärlich beleuchteten Bühne steht eine Band und spielt ihren Blues.
An den Theke stehen Männer und hören den teils düsteren Texten der Band zu und trinken dabei ihren Whiskey oder Tequila. An den Tischen jedoch nimmt man die Musik nicht wahr. Hier spielen Männer aus Spass um Geld oder Autos – und der eine oder andere auch um seine Seele.

Willkommen in der Welt von Dynamite Daze.

Zum Album:
„Tango in the Devil“ trägt unverkennbar die Handschrift von „Dynamite Daze“ die für eine ungewöhnliche Stilform des BluesRock stehen – etwas schräg, manchmal düster aber stets nah an den Wurzeln des Blues. Die Songtexte stammen alle durchweg von den Bandmitglieder, jeder hat seinen Teil dazu beigetragen das es alles in allem ein abwechslungsreiches Album geworden ist.
Getragen werden die Songs von der rauhen und unverkennbaren Stimme des Frontmann Didi Dynamite (für viele Fans der deutsche Tom Waits) sowie dem Gitarrenspiel von Martin Czemmel.
Bei den Songs handelt es sich um Geschichten Flucht vor dem FBI. Jesus und den beschützten Seelen, Drogen – halt dem alltäglichen Wahnsinn. Zu einem fünften Bandmitglied scheint sich „Bertram“ der Werwolf zu entwickeln, der schon beim letzten Album von DD einen Song „beisteuerte“.
Aber sie können auch anders. Aus der Textfeder von Colin Jamieson stammt ein Lied über eine Blueslegende, die von Dynamite Daze viele Jahre auf seinen Auftritten begleitet wurde. „Red in Heaven“ ist dem im letzten Jahr verstorbenen Louisiana Red gewidmet, bei dem Song kommt Schwermut auf.

Fazit: 

Wer einmal über den Tellerrand des Blues schaut wird recht viel Spass an der Musik von Dynamite Daze haben, die weit entfernt vom Mainstream und Puristenblues ihre Zuhause gefunden haben und sich wohl dabei fühlen. Für mich ist es bester Swampblues – oder wie auf der HP nachzulesen – „Garagenblues“. In der Tat mit manchmal etwas skurillen Texten und einer ungewöhnlichen Stimme, die auch schon mal unter die Haut geht.
Dynamite Daze hat etwas was man bei manch anderer Band vermisst – sie stehen zu ihrer eigenen Musik die nicht „everybodys Darling“ ist – allein dafür sollte man sich diese CD zulegen. Kaufempfehlung.

Albuminfo:
Artist: The Dynamite Daze
Didi Dynamite (voc, g)
Martin „Professor“ Czemmel (g)
Colin Jamison (dr, perc)
Andrea Tognoli (b)

Album: Tango with the Devil
Studio: Bluestown Studios
Label: stormy monday records
Songs: 10
Gesamtspielzeit: 43:50 min
Booklet: 6seitig mit Songtexten und Infos
Erhältlich exclusiv bei stormy monday records, Liveauftritten und über die Homepage der Band

 

Songliste:
01 A Picture of Downtown Kingston (Czemmel, Metzger) 3:49 *
02 15 Miles to Mexico (Tognoli, Metzger) 4:06
03 A satisfied Mind (Trad. arg. Tognoli) 3:09 *
04 Bertram Reloaded (Czemmel, Metzger) 4:09
05 Jesus Redemptor (Metzger) 6:02 **
06 Rain (Czemmel, Metzger) 4:33 *
07 Mescalito (Czemmel, Metzger) 3:39
08 Red in Heaven (Czemmel, Jamieson) 6:20 **
09 Ragbag (Czemmel, Jamieson) 4:35
10 Tango with the Devil (Tognoli, Metzger) 3:33 *
Anspieltip: *
Bluesarchiv: **
Hörproben bei Soundcloud: Dynamite Daze

Dynamite Daze im WWW:
HomepageFacebook

Videotrailer: A Picture of Downtown Kingston (You Tube)

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